Eine Analyse von rund 70.000 KI-Antworten zeigt: ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity ziehen ihre Quellen nicht zufällig aus dem Netz. Über die Hälfte stammt von Unternehmensseiten – und wer in KI-Antworten auftauchen will, muss wissen, wo die Modelle nachschauen.
Wenn ein Nutzer ChatGPT nach der besten Rechtsschutzversicherung oder dem passenden Projekttool fragt, greift das Modell nicht willkürlich auf das Internet zu. Hinter der Quellenauswahl steckt ein erkennbares Muster – und das lässt sich gezielt für die eigene Sichtbarkeit nutzen. Willkommen im Zeitalter von GEO (Generative Engine Optimization).
Diese Quellen nutzen LLMs für ihre Antworten
Das Unternehmen blinq hat im Februar 2026 rund 70.000 Antworten von ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity ausgewertet (siehe Analyse) und geschaut, welche Quellentypen die Modelle zitieren. Das Ergebnis ist eine der bislang größten öffentlichen Analysen zur KI-Sichtbarkeit im deutschsprachigen Raum. blinq-Gründer Julian Gottke bringt die Kernbotschaft auf den Punkt: Unternehmen müssen dort präsent sein, „wo KI ihre Informationen bezieht“. Die spannende Frage ist also nicht mehr nur, wie man bei Google rankt – sondern ob die Sprachmodelle die eigenen Inhalte überhaupt als zitierwürdig einstufen. Gute Inhalte müssen also fundierter sein denn je, damit man bei KI sichtbar wird und bleibt. Fazit: Diese 5 Quellentypen dominieren die KI-Antworten.

Die Quellen machen zusammen rund 93,7 Prozent aller Zitate aus – der Rest verteilt sich auf Rundungen und nicht kategorisierte Quellen.
Beispiele: Welche typischen Quellen und Online-Medien nutzen KIs für Ihre Antworten?
Schlüsseln wir die Quellentypen noch weiter auf, wird klar, wo KIs genau Ihre Informationen herbekommen. Die Tabelle zeigt einige Beispiele für beliebte Medien, die von den KIs als vertrauenswürdig zitiert werden. Ein wichtiger Zusatz: Wikipedia und Wikidata gelten als eigene, übergeordnete Referenzquellen. Sie liefern den semantischen Kontext, mit dem Sprachmodelle Fakten überhaupt erst einordnen – ein Eintrag oder eine saubere Verknüpfung dort wirkt oft indirekt auf deine gesamte KI-Sichtbarkeit.
| Quellentyp | Anteil | Typische Beispiele |
|---|---|---|
| Corporate Websites | 51,5 % | Unternehmensblogs, offizielle Herstellerseiten, Landing Pages |
| Review-Medien | 13,3 % | Kununu, Öko-Test, StepStone, Idealo, Test.de und weitere |
| Fachpresse | 10 % | Chip (34,2 % innerhalb der Kategorie), Utopia, Welt, Techradar und weitere |
| UGC (User Generated Content) | 10 % | Reddit (15,3 %), YouTube (14,3 %), LinkedIn (6,1 %) und weitere |
| News | 8,9 % | Handelsblatt (5,7 %), FAZ (4,2 %) und weitere |
GEO: So wird man bei wichtigen KI-Quellen präsenter
Zu wissen, wo KI-Systeme ihre Antworten herbekommen ist der Schlüssel, um dort auch sichtbarer zu werden. Aus dem Digital Marketing sind hier die Felder AI-Optimierung (AIO) und Generative Engine Optimization (GEO) die wichtigsten Aufgaben. Hier einige der wichtigsten Hebel je KI-Quelle:
- Corporate Websites (größter Hebel):
- Originalinhalte statt nacherzählter Infos veröffentlichen (z.B. Studien, Vergleiche, Daten, Downloads und weitere)
- FAQ-Format mit direkten Antworten nutzen
- Support- und FAQ-Seiten aktuell halten
- Schema-Markup (JSON-LD) und XML-Sitemaps pflegen
- Review-Medien:
- Aktiv um Kundenbewertungen bitten
- Einträge auf relevanten Portalen anlegen und pflegen
- auf Bewertungen reagieren
- Im Website-Code strukturierte Review-Daten (Schema.org) einsetzen
- Fachpresse:
- Gastbeiträge und Experteninterviews anbieten
- digitale PR betreiben
- Erwähnungen in Produktvergleichen und Datenerhebungen anstreben.
- User Generated Content:
- In relevanten Reddit-Diskussionen mit echten Erfahrungsberichten teilnehmen
- regelmäßig YouTube-Content veröffentlichen
- auf LinkedIn Fachbeiträge posten
- News:
- Erwähnungen in seriösen Nachrichtenmedien anstreben (Wirkung entsteht auch ohne Link)
- aktuelle Daten proaktiv an Redaktionen liefern
Besonders wichtig: Social Media hilft bei der KI-Sichtbarkeit
Ein ehrlicher Erfahrungsbericht in einem passenden Reddit-Post oder ein solides Tutorial-Video kann für deine KI-Sichtbarkeit wertvoller sein als der zehnte Blogartikel. LLMs behandeln die Webseite laut den Studienautoren zunehmend als Datenbasis – nicht mehr nur als Zielort für Klicks.
Was das konkret für dich bedeutet
- Für Unternehmen: Deine eigene Website bleibt das Fundament. Mehr als die Hälfte aller KI-Zitate kommen von Corporate Sites – also strukturierte, aktuelle Originalinhalte statt dünner SEO-Füllseiten.
- Für Marketer: GEO ist kein Ersatz für SEO, sondern die nächste Ebene. Denke in Antworten statt in Keywords und verteile deine Botschaft über mehrere Quellentypen hinweg.
- Für Creator und Developer: Reddit, YouTube und LinkedIn sind keine Nebenschauplätze mehr. Wer dort konsistent Fachwissen teilt, landet öfter in KI-Antworten.
Das Monitoring dieser Erwähnungen lässt sich übrigens automatisieren: Mit einem Tool wie n8n baust du dir einen Workflow, der neue Nennungen deiner Marke auf Reddit, in News-Feeds oder bei Google Alerts einsammelt und dir gebündelt meldet. Wie du den KI-Traffic selbst misst, zeigen wir dir im Guide zum AI-Traffic-Tracking in GA4.
FAQ: KI-Quellen und Sichtbarkeit
Was ist GEO (Generative Engine Optimization)?
GEO ist die Optimierung von Inhalten, damit KI-Antwortsysteme wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews sie als vertrauenswürdig einstufen und zitieren. GEO ersetzt klassisches SEO nicht, sondern erweitert es um die Dimension der KI-Sichtbarkeit.
Welche Quelle zitieren LLMs am häufigsten?
Laut der blinq-Analyse stammen 51,5 Prozent aller Zitate von Corporate Websites – also Unternehmensblogs und offiziellen Herstellerseiten. Damit ist die eigene Website der wichtigste Hebel für KI-Sichtbarkeit.
Warum ist Wikipedia so wichtig für KI-Modelle?
Wikipedia und Wikidata liefern den semantischen Kontext, mit dem Sprachmodelle Fakten und Entitäten einordnen. Ein sauberer Eintrag hilft den Modellen, deine Marke korrekt zu verstehen und zuzuordnen.
Bringt gutes Google-Ranking automatisch KI-Sichtbarkeit?
Nein. Ein Top-Ranking bei Google ist hilfreich, aber keine Garantie für Zitate in KI-Antworten. LLMs bewerten Quellen zusätzlich nach Konsistenz, Autorität und Aktualität – und ziehen auch UGC aus Reddit oder YouTube heran.
Quellen und weiterführende Links
- blinq: ChatGPT SEO – Original-Analyse von rund 70.000 LLM-Antworten und wo KI ihre Informationen bezieht.
- onlinemarketing.de – Einordnung der Studie in GEO-Techniken wie Grounding Pages und Common Crawl.
- Meedia – Beschreibt den Wandel der Webseite „vom Zielort zur Datenbasis“.
- webAION – Ratgeber zur Hierarchie der Quellenauswahl nach Konsistenz, Autorität und Frische.
- tba Berlin – Wie ChatGPT beim Recherchieren Quellen auswählt.
- analytics-agentur.ch – Eigene Analyse zur gezielten Optimierung der LLM-Sichtbarkeit.
Fazit: Sei da, wo die KI nachschaut
Die Botschaft der blinq-Studie ist eindeutig: KI-Sichtbarkeit ist planbar. Über die Hälfte aller Zitate kommen von der eigenen Website, ein weiteres Drittel der Top-Quellen aus Social Media. Wer strukturierte Originalinhalte veröffentlicht, Reviews aktiv managt und auf Reddit, YouTube und LinkedIn präsent ist, erhöht die Chance, in ChatGPT, Perplexity und den Google AI Overviews genannt zu werden.
Klassisches SEO bleibt die Basis – aber die nächste Ebene heißt GEO. Ein guter Startpunkt ist ein Blick darauf, welche KI-Assistenten deine Zielgruppe überhaupt nutzt. Fang heute an: Nimm dir deine wichtigste Produktseite vor und mach sie zur besten Antwort auf die Fragen deiner Kunden.

Ralf Schukay ist Co-Gründe von ai-rockstars und spezialisiert auf AI Engineering und Data Analytics. Er arbeitet als Teamlead Analytics & Conversion mit einem fitten und netten Team in der Berliner Digitalagentur >MAI mediaworx< und füllt seine Freizeit mit Familienaktivitäten rund um Berlin, CrossFit, Gravel Bike und Synthesizern.








