MCP-Server verbinden Claude und ChatGPT mit deinen Apps und Tools – von Gmail über Notion bis Zapier. In dieser Anleitung zeigen wir dir Tool für Tool, wie du einen MCP-Server einrichtest: mit dem einfachsten Weg für normale Nutzer und dem kompakten Weg für Developer. Wir machen dabei klar, wann du die kostenlose und wann die bezahlte Variante brauchst.
Was ist ein MCP-Server? Einfach erklärt
Das Model Context Protocol (MCP) ist so etwas wie ein USB-Anschluss für KI. Ein MCP-Server stellt eine Brücke zwischen deinem KI-Chat und einer externen App her. Damit kann die KI nicht nur reden, sondern auch handeln: E-Mails lesen, Kalendereinträge anlegen, Tabellen füllen, Dateien durchsuchen oder Aufgaben in Notion erstellen.
Was damit möglich wird:
- Claude oder ChatGPT durchsuchen deine Google Drive oder Notion-Datenbank
- Die KI schreibt selbstständig E-Mails, legt Kalendertermine an oder aktualisiert dein CRM
- Automatisierungen über tausende Apps hinweg – ohne einen einzigen Klick von Hand
- Zugriff auf lokale Dateien direkt vom eigenen Rechner (mit der Desktop-App)
Wie das konkret aussieht, zeigt unser Beispiel-Artikel zum MCP-Server für Google Tag Manager. In diesem Guide nehmen wir aber ein Beispiel, das für fast jeden nützlich ist: Zapier MCP – ein einziger Server, der Zugriff auf über 7.000 Apps gibt.
MCP-Server-Typen: remote und lokal einfach erklärt
Bevor es losgeht, ein kurzer Begriff, der alles einfacher macht. Es gibt zwei Arten von MCP-Servern:
- Remote Server laufen in der Cloud und werden über eine HTTPS-URL angebunden (wie Zapier). Ideal für normale Nutzer – nur URL kopieren, fertig.
- Lokale Server laufen direkt auf deinem Rechner und können z.B. deine lokalen Dateien lesen. Sie funktionieren nur in den Desktop-Apps von Claude und ChatGPT, nicht im Browser.
MCP-Server: kostenlos oder kostenpflichtig? Claude vs. ChatGPT
Der Unterschied zwischen Claude und ChatGPT ist hier deutlich:
- Claude: MCP-Server (bei Claude „Connectors“ genannt) funktionieren bereits im kostenlosen Plan. Free-Nutzer können genau einen eigenen Connector hinzufügen, dazu die fertigen Connectors aus dem Verzeichnis. Für Claude Cowork brauchst du mindestens den Pro-Plan (20 $/Monat).
- ChatGPT: Eigene MCP-Server gehen nur mit einem bezahlten Konto (ab dem Plus-Plan). Der kostenlose ChatGPT-Plan unterstützt keine eigenen MCP-Server.
Kurz gesagt: Wer MCP kostenlos ausprobieren will, fährt mit Claude am schnellsten. Wer ohnehin ChatGPT Plus oder höher hat, kann dort direkt loslegen. Jetzt zeigen wir dir beide Tools einzeln – spring einfach zu deinem.
MCP-Server in Claude installieren – Schritt für Schritt
Bei Claude heißen MCP-Server „Connectors“. Der Vorteil: Sie funktionieren überall gleich – im Web-Chat, in der Desktop-App und in Cowork. Wir gehen vom einfachsten zum fortgeschrittensten Weg.
- Fertiger Connector aus dem Verzeichnis (1 Klick): für Dienste wie Notion, Slack oder Google Drive
- Eigener Connector per URL: für jeden remote Server wie Zapier
- Lokaler Server in Claude Desktop: für Zugriff auf deine eigenen Dateien
- Claude Code (für Developer): Server per Terminal-Befehl hinzufügen
Claude Connector aus dem Verzeichnis installieren (1 Klick)
Der schnellste Einstieg. Claude bringt ein Connectors-Verzeichnis mit fertigen Diensten wie Notion, Slack oder Google Drive mit:
- Öffne Einstellungen > Connectors
- Klicke auf Add > Add custom connector
- Trage einen Namen und die MCP-Server-URL ein


Eigenen MCP-Server in Claude einbinden (Zapier-Beispiel)
Für alles, was nicht im Verzeichnis steht, bindest du einen eigenen remote Server ein. Wir nutzen Zapier MCP, weil ein einziger Server damit tausende Apps abdeckt.
Schritt 1: Gehe zu mcp.zapier.com, melde dich mit deinem (kostenlosen) Zapier-Konto an und lege einen MCP-Server an. Wähle die erlaubten Aktionen aus (z.B. „Gmail: E-Mail senden“). Am Ende bekommst du eine eindeutige Server-URL – behandle sie wie ein Passwort.
Schritt 2: In Claude auf Einstellungen > Connectors > Add custom connector wählen. Namen („Zapier“) und die Server-URL eingeben, auf „Add“, der Authentifizierung folgen.
Jetzt und kannst Claude bitten: „Schreibe eine E-Mail an mein Team, dass das Meeting auf 15 Uhr verschoben ist.“ Claude nutzt dann Zapier, um die Mail über Gmail zu versenden.
Lokalen MCP-Server in Claude Desktop installieren
Soll Claude auf Dateien deines eigenen Rechners zugreifen, brauchst du einen lokalen Server – das geht nur in Claude Desktop. Am greifbarsten ist der offizielle Filesystem-Server, und dank Desktop Extensions ist die Installation ein Kinderspiel:
- Öffne in Claude Desktop Einstellungen > Plugins
- Wähel den Tab „MCPs“
- Klicke auf + Add server“ und trage in den Einstellungen die MCP-Server-URL ein


Danach kann Claude deine lokalen Dokumente durchsuchen oder zusammenfassen.
MCP-Server in Claude Code per Terminal hinzufügen (für Developer)
Wer entwickelt, bindet Server per Kommandozeile ein. Ein remote Server (wie Zapier):
claude mcp add --transport http zapier https://mcp.zapier.com/api/mcp/s/DEINE-URL
Ein lokaler Server über stdio, am Beispiel Filesystem:
claude mcp add --transport stdio filesystem -- npx -y @modelcontextprotocol/server-filesystem /pfad/zum/ordner
Wichtig: Alle Optionen (--transport, --scope) stehen vor dem Servernamen, das doppelte -- trennt den Namen vom Startbefehl. Mit --scope legst du fest, ob der Server nur für dich (local), im geteilten Projekt (project, über eine .mcp.json) oder in all deinen Projekten (user) gilt.
MCP-Server in ChatGPT einrichten – Browser und Desktop
Bei ChatGPT gibt es zwei Wege – je nachdem, ob du im Browser oder in der Desktop-App arbeitest. Beide brauchen ein bezahltes Konto (ab Plus).
- Developer Mode im Browser: für remote Server wie Zapier (bei Plus/Pro nur lesend)
- ChatGPT-Desktop-App: auch für lokale Server mit Zugriff auf deine Dateien
MCP-Server in ChatGPT per Developer Mode (Browser)
Im Web-Browser bindest du remote Server wie Zapier über den Developer Mode ein:
- Gehe zu Einstellungen > Connectors und öffne unten den Punkt „Advanced“
- Aktiviere „Developer Mode“
- Im Bereich Connectors auf „Create“ klicken, Namen und die Zapier-Server-URL einfügen
- Im Chat über „Add sources“ den Server auswählen und nutzen
Zwei Einschränkungen im Browser: ChatGPT akzeptiert hier nur remote Server (öffentliche HTTPS-URL) – keine lokalen. Und Plus- sowie Pro-Konten dürfen aktuell nur lesende Aktionen ausführen; volle Schreibrechte (E-Mails senden, Daten ändern) rollt OpenAI zunächst für Business, Enterprise und Edu aus.
Lokale MCP-Server in der ChatGPT-Desktop-App nutzen
Anders als im Browser unterstützt die ChatGPT-Desktop-App auch lokale STDIO-Server – genau wie Claude Desktop. Sie teilt sich die MCP-Konfiguration mit dem Codex-Host (also CLI und IDE-Erweiterung), sodass du Server nur einmal einrichten musst.
- Öffne in der Desktop-App Einstellungen > MCP servers
- Klicke auf „Add server“
- Namen vergeben, STDIO (lokal) oder Streamable HTTP (remote) wählen und Befehl bzw. URL eingeben
- Speichern und auf „Restart“ klicken. Im Chat zeigt
/mcpdie verbundenen Server
Kurz erklärt – STDIO und Streamable HTTP: Das sind einfach die zwei Verbindungsarten. STDIO steht für einen lokalen Server: Das KI-Tool startet ein kleines Programm auf deinem Rechner und „spricht“ direkt mit ihm über Ein- und Ausgabe (Standard-Input/-Output). Streamable HTTP steht für einen remote Server, den du über eine Internet-Adresse (URL) erreichst. Faustregel: STDIO = auf deinem Computer, Streamable HTTP = im Netz.
So bindest du z.B. den Filesystem-Server (STDIO) oder Zapier (Streamable HTTP) ein. Die Server landen in der Datei ~/.codex/config.toml und stehen dann auch in Codex CLI und IDE bereit.
Ergebnis: Egal ob Claude oder ChatGPT, im Browser oder Desktop – du hast jetzt einen MCP-Server angebunden. Der ganze Vorgang dauert keine fünf Minuten.
MCP in Claude oder ChatGPT: Welches Tool für welchen Zweck?
Zum Abschluss die Übersicht: Wo bindest du deinen MCP-Server am besten ein? Das hängt davon ab, wie du arbeitest:
- Claude Chat / ChatGPT (Browser): Für schnelle Aufgaben und remote Server wie Zapier. Bei ChatGPT bezahltes Konto nötig, bei Claude auch kostenlos.
- Claude Desktop / ChatGPT Desktop: Die einzigen Varianten mit einfachem Zugriff auf lokale Server und Dateien – ideal für datei-lastige Workflows.
- Claude Cowork: Für Automatisierungen ohne Code, die fertige Dokumente erzeugen. Nutzt dieselben remote Connectors, braucht aber den Pro-Plan.
- Claude Code: Der Developer-Weg – remote und lokale Server per
claude mcp add, teamweit teilbar über die.mcp.json.
Mehr zu den Unterschieden zwischen den Claude-Varianten liest du im Vergleich von Claude Chat, Cowork und Code sowie im Überblick zu den wichtigsten Cowork-Funktionen.
Dokumentation:
- Dokumentation: Model Context Protocol – offizielle Doku und SDKs
- Dokumentation: Claude Code – MCP-Server verbinden
- Dokumentation: Claude Connectors – Übersicht und Setup
MCP-Server installieren: Häufige Fragen (FAQ)
Sind MCP-Server kostenlos?
Die meisten MCP-Server selbst sind kostenlos – auch Zapier MCP lässt sich gratis starten. Der Unterschied liegt beim KI-Tool: In Claude funktionieren Connectors schon im kostenlosen Plan (Free = ein eigener Connector). In ChatGPT brauchst du dagegen mindestens den bezahlten Plus-Plan.
Was ist der Unterschied zwischen einem remote und einem lokalen MCP-Server?
Ein remote Server läuft in der Cloud und wird über eine HTTPS-URL angebunden – ideal für Dienste wie Gmail oder Notion. Ein lokaler Server läuft direkt auf deinem Rechner und kann z.B. deine lokalen Dateien lesen. Lokale Server funktionieren nur in den Desktop-Apps von Claude und ChatGPT, nicht im Browser.
Kann ChatGPT im Browser auf meine lokalen Dateien zugreifen?
Nein. Im Browser akzeptiert ChatGPT über den Developer Mode nur remote Server. Für den Zugriff auf lokale Dateien brauchst du die ChatGPT-Desktop-App, die lokale STDIO-Server unterstützt – oder du nutzt Claude Desktop.
Brauche ich Programmierkenntnisse, um einen MCP-Server einzurichten?
Für den einfachen Weg nicht. Fertige Connectors aus dem Claude-Verzeichnis installierst du mit einem Klick, und einen remote Server wie Zapier bindest du nur per URL ein. Programmierkenntnisse brauchst du erst, wenn du eigene Server schreibst oder sie per Kommandozeile in Claude Code bzw. dem Codex-Host verwaltest.
Sind MCP-Server sicher?
Grundsätzlich ja – aber ein Connector erhält Zugriff auf die verbundene App mit deinen Rechten. Verbinde deshalb nur Server von vertrauenswürdigen Anbietern und prüfe bei der Einrichtung genau, welche Berechtigungen du erteilst. Behandle Server-URLs mit eingebettetem Zugriff wie Passwörter und teile sie nicht.
Fazit: MCP-Server in Claude und ChatGPT nutzen
MCP-Server zu installieren ist heute keine Developer-Aufgabe mehr. Für normale Nutzer reicht es, eine Server-URL zu kopieren und in Claude oder ChatGPT einzufügen – in unter fünf Minuten. Der wichtigste Unterschied: Bei Claude geht MCP schon kostenlos los. Bei ChatGPT brauchst du ein bezahltes Konto. Lokale Server unterstützen beide – aber nur in der jeweiligen Desktop-App, nicht im Browser.
Developer greifen zu Claude Code oder dem Codex-Host und binden Server per CLI oder Config-Datei ein – sauber versioniert und im Team teilbar. Egal welchen Weg du wählst: MCP macht aus deiner KI einen echten Assistenten, der handelt statt nur zu reden.
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Ralf Schukay ist Co-Gründe von ai-rockstars und spezialisiert auf AI Engineering und Data Analytics. Er arbeitet als Teamlead Analytics & Conversion mit einem fitten und netten Team in der Berliner Digitalagentur >MAI mediaworx< und füllt seine Freizeit mit Familienaktivitäten rund um Berlin, CrossFit, Gravel Bike und Synthesizern.








